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Weniger Getreide, mehr Raps

|   markttipps

Der DRV erwartet 2026 eine kleinere Getreideernte als im Vorjahr; das Rapsaufkommen soll hingegen größer ausfallen. Prognostiziert wird eine Getreidemenge von 43,68 Mio. Tonnen, was ein Minus von 3,5% wäre. Bei Raps rechnet der Verband mit einem Zuwachs von 3,7% auf 4,12 Mio. Tonnen. Sorgen bereitet dem DRV derzeit der Nahost‑Konflikt, der Exporte belastet und für hohe Energie‑ und Düngerkosten sorgt. Mit Blick auf Gegenmaßnahmen wird vor staatlichen Markteingriffen wie Interventionen oder Garantiepreisen gewarnt.

 

Eine etwas größere Anbaufläche, aber ein geringer Ertrag. So lautet auf den Punkt gebracht die erste Prognose des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) für die diesjährige Getreideernte. Der Verband rechnet mit einem Getreideaufkommen von insgesamt 43,68 Mio. Tonnen; im Vergleich zur Vorjahresernte wäre das ein Minus von 1,58 Mio. Tonnen oder 3,5%. Dennoch wäre dies ein leicht überdurchschnittliches Ergebnis. Während eine Flächenausdehnung um 1% zugrunde gelegt wird, soll der Durchschnittsertrag um 4,4% unter dem 2025 erreichten Niveau liegen. Die Bestände von Weizen, Gerste, Körnermais und Raps sind laut DRV nach aktuellem Stand gut durch den Winter gekommen. Dennoch soll die Winterweizenernte deutlich kleiner ausfallen als 2025. Mit den prognostizierten 20,84 Mio. Tonnen würde die Vorjahresmenge um 1,73 Mio. Tonnen beziehungsweise 7,7% unterschritten, vor allem bedingt durch ein geringeres Ertragsniveau. Das Aufkommen an Körnermais sieht der Raiffeisenverband bei 4,89 Mio. Tonnen, nach 4,94 Mio. Tonnen im Vorjahr. An Raps werden 4,12 Mio. Tonnen erwartet und damit 3,7% mehr als im Vorjahr. Banger Blick auf den Iran-Krieg Mit Sorge blickt der DRV derzeit auf die Entwicklungen im Nahen Osten. „Die Betriebe stehen aufgrund niedriger Erzeugerpreise, hoher Energie- und Düngemittelkosten sowie zunehmender geopolitischer Risiken ohnehin schon unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Der Krieg im Nahen Osten verschärft die angespannte Lage zusätzlich,“, erklärte DRV-Getreidemarktreferent Guido Seedler. Die Unsicherheit in der Region erschwere den Export und verringere die Absatzchancen für deutsches Getreide. Zudem wirkten sich die erneuten Preisanstiege bei Energie unmittelbar auf die Getreideerzeugung aus, betonte Seedler. Diesel und damit die Transportkosten verteuerten sich, und auch die Produktion von Stickstoffdüngern werde kostspieliger. Dennoch sieht der DRV-Experte die Versorgung mit ausreichend Düngemitteln für das Frühjahr nicht gefährdet. Deutschlands Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten in diesem Bereich sei gering, und vielerorts sei erste Düngung bereits erfolgt. Für wirtschaftliche Stabilität sorgen Um für eine wirtschaftliche Stabilisierung zu sorgen, sollten nach Ansicht des DRV die Drittlandexporte gestärkt werden, insbesondere für qualitativ hochwertigen Weizen. Gleichzeitig müssten die Energiekosten runter. Eine Reduzierung von Steuern und Abgaben würde die landwirtschaftliche Produktion spürbar entlasten und zugleich die Kosten der Düngemittelherstellung in europäischen Werken senken. In diesem Zusammenhang sollte über eine befristete Aussetzung oder Reduzierung des CO2-Preises oder eine Absenkung der Energiesteuer nachgedacht werden, erklärte Seedler. Außerdem mindere ein Ausbau der Erneuerbaren Energien die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Darüber hinaus ließen sich durch eine stärkere Nutzung von Biogas und Biokraftstoffen zusätzliche Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Rohstoffe schaffen. Eine weitere wichtige Stellschraube zur wirtschaftlichen Stabilisierung ist für den DRV ein professionelles betriebliches Risikomanagement. Hier stünden die Genossenschaften der Landwirtschaft als verlässlicher Partner zur Seite. Keinesfalls dürfe es staatliche Markteingriffe geben, warnte Seedler. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Interventionen oder Garantiepreise keine strukturellen Probleme lösten, sondern hohe Folgekosten verursachten. AgE

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