Die Überhänge auf den europäischen Schlachtschweinemärkten bauen sich allmählich ab. Marktbeobachter machen regional teilweise wieder annähernd ausgeglichene Marktverhältnisse und sinkende Schlachtgewichte aus, die allerdings immer noch über den Vorjahreswerten liegen. Gleichzeitig bleibt der Druck am Fleischmarkt hoch. Vor diesem Hintergrund entwickeln sich die Preise maximal seitwärts. In Dänemark gab es erstmals seit Wochen Abschläge.
In Deutschland fixierte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (4.2.) abermals bei 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Das Angebot halte sich weitgehend auf Vorwochenniveau, erläuterte die VEZG. Vereinzelt gebe es noch Überhänge, die langsam abgebaut würden. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete von einem im Vergleich zu den Vorwochen deutlich nachlassenden Angebotsdruck im Schlachtschweinehandel. In einigen Regionen glichen sich Angebot und Nachfrage annähernd aus. Seitens der Schlachtunternehmen würden fortlaufend Tiere abgenommen. Die Nachfrage nach Schweinefleisch sei unterdessen weiter verhalten bis mittel. Allerdings würden reichlich vorhandene Teilstücke für die Grillsaison eingefroren.
In Österreich gestaltet sich der Fleischmarkt laut dem österreichischen Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) ähnlich. Am Schlachtschweinemarkt seien die Überhänge aber abgebaut. Der Markt sei geräumt und seitens der Abnehmer lasse sich eine steigende Nachfrage beobachten. Die Notierung des VLV blieb zuletzt dennoch unverändert, und zwar bei 1,39 Euro/kg SG. Drittstaatenexport schwierig
Die belgische Danis-Gruppe beließ ihren Auszahlungspreis für die aktuell laufende Woche bei 1,080 Euro/kg LG. Der dänische Schlachtkonzern Danish Crown (DC) zahlt aktuell zwar auch ebenso viel wie in den Vorwochen. Für die siebte Kalenderwoche nahm er den Preis jetzt aber um umgerechnet 4 Cent auf 1,21 Euro/kg SG zurück. Das hohe Angebot an Frischfleisch in Europa, das auch aus den seuchenbedingt gestiegenen Angebotsmengen aus Spanien resultiere, verstärke den Preisdruck, erklärte DC. Zugleich räumte der dänische Konzern Probleme im Drittstaatenexport ein. Zwar seien die Umrisse eines Anstiegs der dänischen Warenexporte aus Europa zu erkennen, aber derzeit gebe es in den attraktivsten Märkten noch relativ große Lagerbestände. Das liege vor allem daran, dass spanische Ware, die bis zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Katalonien in den Export gegangen sei, erst im Januar ihre Kunden erreicht habe.
Am Marché du Porc Français wurde der Schlachtschweinepreis am Donnerstag bei 1,410 Euro/kg SG festgelegt, nach 1,415 Euro/kg SG eine Woche zuvor. In Spanien blieb die Notierung stehen, beispielsweise an der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona bei 1,00 Euro/kg LG. Unterdessen ging der Preis in Italien weiter bergab. Die Notierung für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag um 2,0 Cent auf 1,361 Euro/kg LG zurückgenommen. Die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie fiel um 2,7 Cent auf 1,473 Euro/kg LG.
EU-Durchschnittspreis etwas weniger stark gefallen
Auf europäischer Ebene verlor die Talfahrt des Durchschnittspreises an Gefälle. In der Woche zum 1. Februar wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 148,06 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Rückgang um 0,3% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 17,3% verfehlt.
Mit 7,2% besonders groß fiel der Abschlag in Rumänien aus, mit weitem Abstand gefolgt von Kroatien mit 1,8%. In Dänemark sank der Preis um 0,5%, während er in Deutschland und Frankreich nahezu unverändert blieb. Den mit 2,9% kräftigsten Aufschlag meldete Polen. In Österreich stieg der Preis um 2,4%, in Spanien um 0,5%. AgE






