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Verhaltener Ausblick auf 2026

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Ein insgesamt gutes Jahr 2025, aber Skepsis für 2026. Das ist zusammengefasst die Einschätzung des Milchindustrieverbandes zur Entwicklung der Branche. 2025 habe die Milchindustrie wieder hohe Jahresumsätze erzielen können, obwohl die Jahresendralley eher mager ausgefallen sei, berichtete der Verbandsvorsitzende Detlef Latka. Allerdings dürfte das Jahr 2026 für die Milchwirtschaft „alles andere als leicht“ werden. Die von den USA und China verhängten Zölle sorgen für Skepsis bei den aktuellen Exportmöglichkeiten.

 

Unterm Strich positiv blickt die deutsche Milchindustrie auf das vergangene Jahr zurück. Es habe Höhen und Tiefen gegeben, aber mehrheitlich sei 2025 für die Milchwirtschaft gut gelaufen, fasste der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Detlef Latka, die Entwicklung zusammen. Die Branche habe wieder hohe Jahresumsätze erzielen können, obwohl die Jahresendralley eher mager ausgefallen sei. Allerdings dürfte das Jahr 2026 für die Milchwirtschaft "alles andere als leicht" werden.
Wenig erfreut zeigt sich der MIV beispielsweise über die aktuellen Exportmöglichkeiten: "Die Weltmarktsituation ist im Ganzen eher als unstet zu bezeichnen". Vor allem die Zölle in den USA und China wirkten sich negativ aus. Der gesamte Welthandel werde verschoben, weil sich gewohnte Handelsströme veränderten. Zwar wachse am internationalen Markt der Handel mit Milchprodukten, doch die Nachfrage halte nicht mit der gestiegenen Angebotsmenge Schritt, so der Verband. In der Folge hätten die EU und Deutschland beim Handel mit Käse, Butter und Vollmilchpulver an Bedeutung verloren. Nur Magermilchpulver habe zugelegt.
Eher gelassen sieht der MIV indes das Mercosur-Abkommen. Es gebe mehr Chancen als Risiken, betonte Latka. Südamerika - insbesondere Brasilien - sei ein großer Absatzmarkt für Milchprodukte, vor allem für Käse, aber auch für Kondensmilch und Kindernahrung. Hier gebe es "Luft nach oben". Ohnehin habe die EU in der Vergangenheit vergleichsweise wenig Milchprodukte in die Mercosur-Länder exportiert. Daher biete das Abkommen neue Optionen.
Rekordverdächtiger Milchpreis
Im Rückblick auf 2025 berichtete Latka, dass die Produktpreise durch eine geringere Milchmenge in der ersten Jahreshälfte gestiegen seien; in der zweiten Jahreshälfte habe sich das Blatt aber gewendet. Das Milchaufkommen sei viel schwächer gesunken, als man saisonbedingt erwartet habe. In der EU-27 sei deswegen das höchste Milchaufkommen innerhalb eines Kalenderjahres verzeichnet worden; mit schätzungsweise 148,1 Mio. Tonnen habe es 1,8% über dem Vorjahreswert gelegen. In Deutschland sei beim Milchaufkommen ein Zuwachs von 1,1% verzeichnet worden.
Infolge der hohen Milchmenge sei der Milchpreis 2025 lange rekordverdächtig hoch gewesen, berichtete der MIV-Vorsitzende. Wahrscheinlich habe es den zweithöchsten Milchpreis gegeben, der im Jahresdurchschnitt jemals an die Erzeuger gezahlt worden sei. Allerdings blickt der Verband mit Skepsis auf das noch junge Jahr 2026. Der MIV erwartet einen Rückgang der Milchmenge gegen Mitte des Jahres. Die Milchpreise seien bereits gefallen und spiegelten die Marktgegebenheiten verzögert wider, betonte Latka. An den Spotmärkten und Notierungen in der EU und an der GDT gebe es dagegen erste Gegenbewegungen.
Mit Blick auf den Strukturwandel in der Milcherzeugung verwies der MIV darauf, dass 2025 erstmals seit 2014 wieder mehr Milchkühe gezählt worden seien als im Jahr davor. Allerdings steige aktuell der Schlachtpreis, was die Abgabe von Kühen bei sinkenden Milchpreisen attraktiv mache und den Strukturwandel anfachen könnte. Gleichzeitig geht der MIV von einer Fortsetzung des Trends bei der Anbindehaltung aus. Während 2010 noch 27% der Milchkühe in Anbindehaltung gehalten worden seien, sei dieser Anteil bis 2020 auf 11% gesunken. 2026 dürften es nochmals deutlich weniger sein. AgE

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