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USDA erwartet neuen Rekordwert

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Die globale Pflanzenölproduktion wird nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums 2026/27 auf den Rekordwert von 244,1 Mio. Tonnen steigen und damit den Bedarf decken. Palmöl soll führend bleiben, gefolgt von Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl mit teils deutlichen Zuwächsen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Abfallölen für Biokraftstoffe, was zu einer neuen Konkurrenzsituation am Markt führen dürfte. Die UFOP fordert daher Anpassungen bei der EU-Biokraftstoffpolitik, um die Versorgungssicherheit besser zu gewährleisten und die Klimaziele zu erreichen.

Der weltweite Pflanzenölmarkt kann 2026/27 eine Rohstoffproduktion auf Rekordniveau erwarten. Das zeigen nach Angaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA). In einer ersten Schätzung beziffert das Washingtoner Agrarressort die globale Erzeugung auf voraussichtlich 244,1 Mio. Tonnen; das wären 6,8 Mio. Tonnen oder 28,5% mehr als in der laufenden Saison. Das dürfte ausreichen, um den Bedarf von voraussichtlich 237,6 Mio. Tonnen vollständig zu decken. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt das Palmöl, sowohl bei der weltweiten Herstellung als auch beim Verbrauch. Die globale Produktion wird für 2026/27 auf einen Höchstwert von 81,4 Mio. Tonnen geschätzt; im Vergleich zu 2025/26 wäre das ein Plus von 90.000 Tonnen. Größter Erzeuger bleibt Indonesien mit 47,5 Mio. Tonnen, gefolgt von Malaysia mit 19,6 Mio. Tonnen und Thailand mit 3,7 Mio. Tonnen. Mehr Sojaöl zu erwarten Ein Anstieg der Produktion erwartet das USDA im kommenden Wirtschaftsjahr auch bei Sojaöl. Mit einem Zuwachs von 2,9 Mio. Tonnen auf insgesamt 74,7 Mio. Tonnen fällt der Anstieg hier am kräftigsten aus. Größter Verarbeiter von Sojabohnen bleibt mit Abstand China; die Volksrepublik wird voraussichtlich 21,4 Mio. Tonnen Sojaöl herstellen. An zweiter Stelle stehen die USA mit etwa 14,8 Mio. Tonnen. An Rapsöl dürften 2026/27 laut USDA rund 37,2 Mio. Tonnen erzeugt werden; das wäre ein Plus von 2,7 Mio. Tonnen. Das Aufkommen an Sonnenblumenöl wird mit 23,5 Mio. Tonnen wahrscheinlich um rund 2,6 Mio. Tonnen höher ausfallen. Ausschlaggebend dafür dürften Produktionssteigerungen in der Ukraine, Russland und der EU sein. Umlenkungseffekt berücksichtigen Die UFOP weist darauf hin, dass es infolge der in den EU-Mitgliedstaaten erfolgten Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) sowie der ambitionierten Quotenpolitik in Nord- beziehungsweise Südamerika und Asien einen zunehmenden Bedarf an Abfallölen und- fetten für die Herstellung von Biodiesel und Hydriertem Pflanzenöl (HVO) gebe. Bei den Abfallölen geht die Förderunion davon aus, dass 5 bis 10% der globalen Pflanzenölproduktion als Abfallöl eingesammelt werden können. Das globale sammelfähige Aufkommen betrage daher nur etwa 12 bis 24 Mio. Tonnen. Hinzu kommt der UFOP zufolge, dass sich der Schiffs- und der Flugverkehr zu Wettbewerbern um diesen Rohstoff entwickelten. Nach EU-Recht müssten nämlich Biokraftstoffe, die in diesen Sektoren angerechnet werden sollten, aus Abfall- beziehungsweise Reststoffen hergestellt sein. Dieser Umlenkungseffekt gehe zulasten der Dekarbonisierung des Straßenverkehrs, so die UFOP. Daher stelle sich mit Blick auf die anstehende Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED IV) die Frage nach einer Revision der Kappungsgrenzen für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse und deren Beitrag zur Versorgungssicherheit. Die UFOP begründet dies mit der Schaffung eines Angebotspuffers, um die gesetzlichen Zielvorgaben in der Beimischung und auch bei den Klimaschutzvorgaben erfüllen zu können. Der Expertenrat für Klimafragen komme in seinem aktuellen Bericht zu dem Ergebnis, dass das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung für den Verkehrssektor nicht ausreichend sei, sondern nur vom "Prinzip Hoffnung" getragen werde. AgE

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