Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) blickt mit wachsender Sorge auf die Anbausaison 2026/27. Wie aus dem neuen Food Outlook hervorgeht, ist der Düngereinkauf für die nächste Saison vor allem in Märkten wie Europa und Nordamerika ins Stocken geraten - besonders bei Stickstoff und Phosphat, die von den jüngsten Preissprüngen deutlich stärker betroffen waren als Kali. Dünger bleibt nach Einschätzung der FAO auf Sicht teuer. In der demnächst endenden Kampagne 2025/26 war die globale Düngerversorgung der FAO zufolge noch weitgehend gesichert: Viele Betriebe hätten ihren Bedarf rechtzeitig vor Sperrung der Straße von Hormus eingekauft. Kräftig gestiegene Preise Hintergrund der aktuellen Kaufzurückhaltung sind nach Analyse der FAO die kräftig gestiegenen Düngerpreise. Im Mai 2026 kostete ein repräsentativer Korb aus Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngern im Durchschnitt 595 $ pro Tonne; 120 $ pro Tonne mehr als im Februar 2026, unmittelbar vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. Den Rekord hält weiterhin der August 2022 mit 815 $ pro Tonne für den Düngermix. Grund war seinerzeit die Energiepreiskrise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Nach Sperrung der Straße von Hormus waren die stärksten Preisanstiege bei Phosphaten zu beobachten, gefolgt von Stickstoff, während die Kalipreise nur moderat zulegten. Anfang Mai zeigten sich Stickstoffpreise dem jüngsten Outlook zufolge wieder leicht rückläufig. Bei Phosphat blieb eine Entspannung jedoch aus, was die FAO als Zeichen struktureller Knappheit wertet. <B<Krieg am Golf bremst den Welthandel</b> Wesentlicher Preistreiber beim Dünger ist der seit Ende Februar gestörte Transit durch die Straße von Hormus, da die Golfstaaten zu den weltweit wichtigsten Produzenten und Exporteuren von Dünger zählen. Entsprechend schrumpfte der Welthandel: Zwischen Januar und April 2026 wurden laut dem Bericht insgesamt 41 Mio. Tonnen gehandelt, nach noch 58 Mio. Tonnen im selben Vorjahreszeitraum. Der Handelswert sank weniger stark, von 22 Mrd. auf 18 Mrd. $, was das höhere Preisniveau widerspiegelt. Verschärft wurde die Lage durch Exportbeschränkungen, die präventiv unter anderem China, Russland, die Türkei und Ägypten einführten oder ausweiteten. Stabile Produktion in Europa Europäische Stickstoffproduzenten waren bislang vor allem über höhere Erdgaspreise betroffen, hielten ihre Produktion dank weiterhin positiver Margen aber vielfach aufrecht. Insgesamt bleibt die Marktlage bei Stickstoff nach Einschätzung der FAO jedoch hochgradig empfindlich gegenüber jeder weiteren Eskalation rund um die Straße von Hormus. AgE






