Ausreichend Niederschlag zu Vegetationsbeginn stimmt den Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) optimistischer, was seine Prognose für die hiesige Getreideernte 2026 angeht. Laut der am Mittwoch (15.4.) veröffentlichten zweiten Produktionsschätzung erwartet der Verband hierzulande eine Getreideernte von insgesamt 43,85 Mio. Tonnen in diesem Jahr. Im März war man noch von einem Aufkommen von 43,68 Mio. Tonnen ausgegangen. Zwar verfehlt der aktuelle Schätzwert trotz der um 1,0% ausgeweiteten Anbaufläche das Ernteergebnis des Vorjahres um 3,1%. Dennoch wäre eine Produktion von 43,85 Mio. Tonnen im langfristigen Vergleich ein leicht überdurchschnittliches Ergebnis. Und der DRV sieht bei einem geschätzten Inlandsverbrauch von rund 40 Mio. Tonnen die Versorgung mit Getreide in Deutschland rechnerisch gesichert. Der Verband hat seine Schätzungen gegenüber März für alle Getreidearten mit Ausnahme von Mais geringfügig angehoben. Nun rechnet er in diesem Sommer mit Druschmengen von 22,38 Mio. Tonnen Weizen einschließlich Dinkel, 2,88 Mio. Tonnen Roggen und 11,10 Mio. Tonnen Gerste. Bei Hafer geht er von einer Produktion von 819.100 Tonnen aus, bei Triticale von 1,80 Mio. Tonnen. Nur beim Mais ist der DRV etwas pessimistischer als noch im März. Er nahm seine Prognose von 4,89 Mio. Tonnen auf jetzt 4,87 Mio. Tonnen zurück. Auf Deutschlands Rapsfeldern werden laut der jüngsten Schätzung des DRV in diesem Jahr 4,15 Mio. Tonnen der schwarzen Ölfrucht erzeugt; das wären 4,5% mehr als 2025. Die Märzprognose hatte bei 4,12 Mio. Tonnen gelegen. Die Rapsanbaufläche in Deutschland war im vorigen Herbst um 4,8% ausgeweitet worden.
Stromsteuer und CO₂-Preis senken "Ob die prognostizierten Mengen tatsächlich geerntet werden können, hängt maßgeblich von der Witterung in den kommenden Wochen sowie von einer ausreichenden Düngung ab", erklärte DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler. Versorgungsengpässe bei Düngemitteln in Deutschland kann der Verband derzeit nicht erkennen. Wie DRV-Düngemittelexperte Dr. Michael Reininger erläuterte, hatten sich die meisten Betriebe bereits vor Kriegsbeginn im Nahen Osten mit den benötigten Düngemitteln eingedeckt beziehungsweise ihren Bedarf über Vorverträge kontrahiert. Die aktuellen Preissteigerungen wirkten sich daher nur auf notwendige Nachkäufe aus. Die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen gegen die Energiepreiskrise reichen Seedler zufolge nicht aus. Die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel sind für ihn nur "ein erster richtiger Schritt, der insbesondere bei Maschineneinsätzen sowie Transport und Logistik für eine Entlastung sorgt". Bislang fehle aber ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Entlastung der Wirtschaft. Gebraucht werde eine generelle Absenkung der Energiekosten für Unternehmen. Auch die Stromsteuer sowie der CO₂-Preis müssten verringert werden. AgE






