Die Schlachtschweinemärkte in Mittel- und Nordeuropa befinden sich weiter im Gleichgewicht, obwohl das Schlachttieraufkommen vor den verkürzten Schlachtwochen rund um Ostern zugenommen hat. Vor diesem Hintergrund liefen die Schlachtschweinepreise zuletzt seitwärts. Die Fleischnachfrage ist allerdings weiter verhalten, auch weil die gestiegenen Energiekosten den Transport und die Verarbeitung belasten. In Südeuropa stiegen die Schlachtschweinepreise unterdessen weiter an, als Reaktion auf ein knappes Angebot und eine rege Nachfrage. In Deutschland blieb der Leitpreis der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) am Mittwoch (25.3.) bei 1,70 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) stehen. Das Schlachtschweineangebot am deutschen Markt finde zügig und vollständig seine Käufer, erläuterte die VEZG. Auch die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete von einer "recht zügigen" Abnahme, obwohl die Landwirte angesichts der bald fehlenden Schlachttage vermehrt Tiere ablieferten. Den Geschäftsverlauf bei Schweinefleisch beschreibt die AMI als insgesamt verhalten. Zwar seien die Händler zufrieden mit der zuletzt unveränderten Notierung für Schlachtschweine, aber die stark erhöhten Energiekosten belasteten den Handel über alle Stufen und erschweren die Wirtschaftlichkeit in allen Bereichen. Besonders bei der Verarbeitung werde mit zurückhaltenden Bestellungen reagiert. Und auch Osterimpulse seien kaum spürbar. Preislich würden lediglich bei den hochwertigeren Fleischartikeln wie Filets kleinere Anstiege vorgenommen. Auch der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) hielt seine Notierung zuletzt unverändert, und zwar bei 1,66 Euro/kg SG. Die Begründung fiel ähnlich aus wie in Deutschland. Die Anlieferungen an die Schlachthoframpe legten mengenmäßg zu. Es werde aber auch "jeder Ringelschwanz dankbar entgegengenommen", um der für die kommenden Wochen erwarteten, feiertagsbedingten Angebotsverknappung vorzubeugen. Dabei wartet man im Fleischgeschäft in Österreich immer noch auf belebende Impulse durch die Osterfeiertage. Bisher könne das Geschäft mit Schweinefleisch "noch nicht als rege bezeichnet werden", so der VLV. Hemmend wirken sich auch in der Alpenrepublik die höheren Energiekosten aus.
Tiefkühlbestände gewachsen In Belgien und Dänemark blieb beim Schlachtschweinepreis ebenfalls alles beim Alten. Die belgische Danis-Gruppe zahlt in der aktuellen Kalenderwoche 1,320 Euro/kg Lebendgewicht (LG) und damit ebenso viel wie in den Vorwochen. Danish Crown (DC) legte seinen Auszahlungspreise für die 14. Kalenderwoche bei umgerechnet 1,26 Euro/kg SG fest; das entspricht dem Niveau in der laufenden Woche. DC sieht den europäischen Schlachtschweinemarkt reichlich mit Fleisch versorgt. Das belegten auch die wachsenden Tiefkühlbestände in Europa. Weitere Preiserhöhungen seien nur dann zu erreichen, wenn die Fleischnachfrage im Frühjahr steige. Den Fleischabsatz in Drittstaaten bezeichnete DC als "weiterhin solide". Aber auch hier wachse das Angebot an Waren, unter anderem aus Brasilien. Am Marché du Porc Français wurde die Notierung am Donnerstag abermals bei 1,420 Euro/kg SG fixiert. Derweil kam es in Spanien zu einer weiteren Teuerung. An der Agrarbörse von Bellpuig westlich von Barcelona wird mit aktuell 1,245 Euro/kg LG das Vorwochenniveau um 4 Cent übertroffen. In Italien kosten frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 138 bis 156 Kilogramm jetzt 1,405 Euro/kg LG, gegenüber 1,365 Euro/kg LG eine Woche davor. Der Preis für Vertragsschweine derselben Kategorie erhöhte sich ebenfalls um 4 Cent, auf nun 1,517 Euro/kg LG.
EU-Durchschnittspreis weiter gestiegen Auf EU-Ebene stieg der Durchschnittspreis weiter an. In der Woche zum 22. März wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 165,82 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Anstieg um 2,3% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 10,2% verfehlt. Der mit 7,7% größte Preisaufschlag wurde aus Lettland gemeldet, gefolgt von Rumänien mit 6,8% und Ungarn mit 6,7%. In Österreich stieg der Preis um 4,9%, in Spanien um 4,0% und in Polen um 3,8%. Dänische Schweinehalter konnten sich über einen Aufschlag von 2,7% freuen. In Deutschland wurden 1,6% mehr bezahlt, in Frankreich 0,6% mehr. Preisabschläge gab es in Schweden, Finnland, Malta und Bulgarien, und zwar in Höhe von jeweils 0,2% bis 2,1%. AgE






