In Deutschland ist erstmals seit 30 Jahren die Newcastle-Krankheit (ND) nachgewiesen worden, und zwar in einem Putenmastbetrieb im Südosten von Brandenburg. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Mittwoch (25.2.) weiter mitteilte, hat der gefundene Virus den Genotyp VII.1.1 und ist eng verwandt mit ND-Viren im angrenzenden Polen. Der mögliche Eintragungsweg werde noch untersucht. Laut dem FLI war in der betroffenen Herde, die sechs Wochen alte Tiere umfasste, eine erhöhte Sterblichkeit mit unspezifischen klinischen Symptomen beobachtet worden. In zwei älteren, wiederholt gegen ND geimpften Putenherden desselben Betriebs seien dagegen keine klinischen Anzeichen festgestellt worden. Nach dem Krankheitsnachweis sei dennoch der gesamte Betrieb mit zusammen fünf Herden geräumt worden. Der zuständige Landkreis Oder-Spree richtete zudem im Umkreis von 10 Kilometern um den betroffenen Betrieb Restriktionszonen ein, in denen tierseuchenrechtliche Vorgaben etwa zur Aufstallung und zur Verbringung von Geflügel gelten. Lockerungen im Hinblick auf die Restriktionszonen können gemäß der Allgemeinverfügung frühestens nach 30 Tagen erfolgen. Nach Einschätzung des FLI sollte das erstmalige Auftreten der ND seit 1996 in Deutschland Geflügelhalter dazu veranlassen, die Pflichtimpfung gegen die weltweit verbreitete Seuche in ihren Hühner- und Putenbeständen zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Zudem seien die Biosicherheitsmaßnahmen zu intensivieren. Denn die Gefährdungslage von Vogelhaltungen sei nicht nur wegen der ND, sondern auch wegen der weiterhin in Deutschland auftretenden hochpathogenen aviären Influenza des Subtyps H5 "erheblich". Gegenwärtig zählt das FLI 61 aktive Fälle von Vogelgrippe bei gehaltenen Tieren und weitere 72 bei Wildtieren. AgE






