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Nahostkonflikt wirkt als Treibsatz

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Der Irankrieg treibt die weltweiten Agrarpreise nach oben. Höhere Energie- und Düngerpreise ließen im März den FAO-Lebensmittelpreisindex gegenüber dem Vormonat um 2,4% steigen. Alle fünf Teilindizes legten zu, am stärksten der Zuckerpreisindex mit einem Plus von 7,2%. Der Index für Pflanzenöle erhöhte sich um 5,1%.

Der Irankrieg schlägt sich auch in den Weltmarktpreisen für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse nieder. Trotz einer insgesamt komfortablen globalen Getreideversorgung sorgten im März vor allem die gestiegenen Preise für Düngemittel und Energie für Unsicherheit auf den Märkten. Das trieb den Lebensmittelpreisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) den zweiten Monat in Folge nach oben. Erreicht wurde ein Niveau von 128,5 Punkten, womit der Februarwert um 2,4% übertroffen wurde. Gegenüber März 2025 legte der Index um 1,0% zu. Der Getreidepreisindex erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 1,5%. Die internationalen Weizenpreise stiegen um 4,3%, unter anderem bedingt durch eine dürrebedingte Verschlechterung der Ernteaussichten in den USA. Zudem wird in Australien wegen der hohen Düngerkosten eine Einschränkung des Weizenanbaus erwartet. Etwas abgeschwächt wurde die Aufwärtsbewegung beim Getreidepreis durch günstige Wetterbedingungen in Europa und einen starken Wettbewerb unter den Exporteuren. Die Maispreise stiegen nur um 0,9%, da eine ausreichende weltweite Verfügbarkeit weiterhin die Märkte belastete. "Die Preissteigerungen seit Beginn des Konflikts waren moderat, hauptsächlich angetrieben von höheren Ölpreisen und gedämpft durch reichlich weltweite Getreidevorräte", erklärte FAO-Chefökonom Máximo Torero. Sollte der Konflikt bei hohen Betriebskosten und derzeit niedrigen Margen jedoch länger als 40 Tage dauern, müssten die Landwirte wählen: Eine unveränderte Anbaufläche mit weniger Betriebsmitteln bewirtschaften, weniger anpflanzen oder auf weniger wirksame Düngemittel umsteigen.
Höherer Ethanolverbrauch in Brasilien? Um 5,1% erhöhte sich der Pflanzenölpreisindex; damit liegt er bereits 13,2% über dem Vorjahresniveau. Die internationalen Preise für Palm-, Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl stiegen durch die Bank, als Folge der starken Verteuerung von Rohöl. Die internationalen Palmölpreise erreichten den höchsten Stand seit Mitte 2022, während sich die Weltmarktpreise für Sojaöl nur geringfügig erhöhten. Den höchsten Anstieg verzeichnete die FAO beim Zuckerpreisindex, der um 7,2% anstieg. Von den Marktakteuren wird erwartet, dass Brasilien - der weltweit größte Zuckerexporteur - während der kommenden Ernte stärker auf zuckerrohrbasiertes Ethanol angewiesen sein dürfte, um die höheren Rohölpreise auszugleichen. Hinzu kommen Befürchtungen, dass sich eine Eskalation des Nahostkonflikts auf die Zuckerhandelsströme auswirken könnte. Im Zaum gehalten wurde der Gesamtanstieg der Weltzuckerpreise durch eine insgesamt günstige globale Versorgungsprognose für die Saison 2025/26.
Milchpreisindex legt zu Beim Fleischpreisindex ergab sich ein Plus von 1,0%. Angetrieben wurde diese Entwicklung durch einen Anstieg der EU-Schweinefleischpreise bei einer anziehenden saisonalen Nachfrage. Die Rindfleischpreise erhöhten sich nur moderat. Etwas nach unten ging es hingegen mit den Preisen für Schaf- und Geflügelfleisch, teilweise aufgrund logistischer Einschränkungen beim Zugang zu den Märkten im Nahen Osten. Einen Zuwachs um 1,2% wurde beim Milchpreisindex registriert. Dies war der erste Anstieg seit Juli 2025, hauptsächlich angetrieben durch höhere Preise für Magermilchpulver, Butter und Vollmilchpulver. Begrenzt wurde das Plus beim Index durch niedrigere Käsepreise. Diese sanken in der EU aufgrund einer höheren Produktion und einer schwachen Exportnachfrage. In Ozeanien war genau die gegenteilige Entwicklung zu beobachten. AgE

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