Europas Bestand an Hausschweinen wird bis Ende dieses Jahres wachsen, während die Bestände an Rindern, Schafen und Ziegen schrumpfen. Davon geht das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) aus. Die Zahl der im vierten Quartal 2026 EU-weit gehaltenen Schweine schätzte die Behörde jetzt auf 61,2 Mio. Stück; das wären 3,2% mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Das mit 12,0% größte Wachstum des Schweinebestands erwartet Eurostat in Spanien. Im vierten Quartal 2026 werden dort laut der Prognose 15,8 Mio. Schweine oder rund ein Viertel des europäischen Gesamtbestands gehalten. Und auch für andere große Erzeugerländer prognostiziert Eurostat ein Anwachsen der Schweineherde, und zwar für Deutschland um 3,8% auf 9,5 Mio. Tiere, für Dänemark um 3,1% auf 8,0 Mio. Tiere und für Frankreich um 2,3% auf 5,6 Mio. Tiere. Dagegen rechnen die Statistiker mit Blick auf den Rinderbestand in der EU mit einer Verkleinerung bis zum zweiten Semester 2026 auf 11,4 Mio. Tiere, was 4,2% weniger wären als im Vergleichszeitraum 2025. In Frankreich und Deutschland sieht Eurostat wenig Bewegung. Hier sollen die Vorjahreszahlen mit 2,63 Mio. und 1,7 Mio. Rindern nur um 0,4 und 0,6% unterschritten werden. In Irland stehen die Zeichen derweil auf einen deutlicheren Bestandsabbau, geschätzt um 5,2% auf 0,9 Mio. Tiere. Dagegen scheint Spanien auch in der Rinderhaltung auf Wachstumskurs zu bleiben. Eurostat sagt hier eine Aufstockung um 2,7% auf 1,1 Mio. Tiere voraus. Für die Ziegen- und Schafhaltung in der EU zeichnet Eurostat ein stark negatives Zukunftsszenario. Demnach wird der Schafbestand in den Mitgliedsstaaten im zweiten Halbjahr 2026 mit insgesamt 12,2 Mio. Tiere etwa 17,8% kleiner sein als im Vorjahreszeitraum, auch wegen einer drastischen Herdenverkleinerung in Spanien um 40,4% auf 2,3 Mio. Tiere. Der Ziegenbestand soll zeitgleich um 17,1% auf 1,9 Mio. Tiere schrumpfen. Für Griechenland als wichtigstes Erzeugerland wird von einer Verkleinerung um 2,6% auf 0,8 Mio. Ziegen ausgegangen.
USDA prognostiziert schrumpfenden Schweinebestand
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) geht in seinem aktuell veröffentlichten Halbjahresbericht zur EU-Viehhaltung ebenfalls von einer Abstockung des Rinderbestands in den Mitgliedsstaaten in diesem Jahr aus. Steigende Kosten, strenge Umwelt- und Tierschutzvorgaben sowie Krankheiten verminderten die Rentabilität der Produktion, so die Einschätzung des USDA. Und auch für den EU-Schweinebestand prognostiziert das Ministerium - anders als Eurostat - einen Rückgang. Der Preis werde weiter durch ein Überangebot und Handelsbarrieren unter anderem aufgrund von Seuchen und Zöllen belastet. Das erzwinge eine Verkleinerung der Bestände und einen Rückgang der Schlachtzahlen. AgE






