Nach wie vor weist der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in Deutschland eine sehr hohe Marktkonzentration auf. Mehr als 85% des Umsatzes entfallen auf die vier führenden Unternehmen Edeka, Rewe, Aldi Nord und Süd sowie die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 des Bundeskartellamts hervor, der am Dienstag (30.6.) vorgelegt wurde. Parallel dazu hat sich laut Bundeskartellamt auf der Herstellerseite die Konzentration weiter verstärkt. Zugleich sei das Verhältnis zwischen Handel und Lieferanten von einer großen Heterogenität geprägt. Die Palette der Anbieter reiche von kleineren regionalen Produzenten bis hin zu international tätigen Markenherstellern mit einer erheblichen Marktbedeutung. Sorgfältige Fusionskontrolle Angesichts dieser Konstellation hat das Kartellamt nach eigenen Angaben einen Schwerpunkt seiner Fusionskontrolle auf den Lebensmitteleinzelhandel gelegt. Aktuell geht es beispielsweise darum, wie es mit der Supermarktkette Tegut weitergeht, die von der Schweizer Migros verkauft wird. Den Erwerb von 36 Tegut-Standorten durch die genossenschaftlich organisierte Supermarktkette "Tante Enso" wurde bereits freigegeben. Zu den Übernahmen weiterer umfangreicher Filialpakete durch Unternehmen des Edeka-Verbunds und die Rewe-Gruppe laufen aktuell Hauptprüfverfahren. Kartellamtspräsident Andreas Mundt unterstrich bei der Vorstellung des Jahresberichts die Notwendigkeit einer sorgfältigen Fusionskontrolle. Die Übernahme von tegut-Standorten durch Tante Enso stärke einen kleineren Wettbewerber und sichere zugleich die Nahversorgung in den betroffenen Regionen. Bei den Übernahmevorhaben von Edeka und Rewe werde nun sehr genau untersucht, welche Auswirkungen sie auf Verbraucher, Wettbewerber und Lieferanten haben. AgE






