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EU-Ernte wohl erneut rückläufig

|   markttipps

Der Sojaanbau in der EU dürfte 2026 erneut leicht zurückgehen, nachdem bereits 2025 ein Minus verzeichnet worden war. Die Produktion wird von der EU-Kommission auf 2,788 Mio. Tonnen geschätzt, was ein Minus von 1% wäre. Italien bleibt größter Produzent, wenngleich dort ein deutlicher Rückgang des Sojaaufkommens erwartet wird. Deutschland ist derweil auf Rekordkurs; das Sojaaufkommen soll gegenüber 2025 um 21% zulegen. Insgesamt sieht die UFOP weiteres Wachstumspotenzial für Soja, warnt jedoch vor EU-Plänen zur Einstufung von Soja als "high-iLUC"-Rohstoff.

Nach einer langen Aufwärtsentwicklung dürfte der Sojaanbau in der EU in diesem Jahr erneut einen Dämpfer erhalten. Bereits 2025 war das Sojaaufkommen rückläufig, und laut der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) zeichnet sich dies auch bei der bevorstehenden Ernte ab. Die EU-Kommission beziffert die Gesamtmenge an Sojabohnen in einer aktuellen Schätzung auf 2,788 Mio. Tonnen - etwa 1 % weniger als im Vorjahr. Ausschlaggebend sind unterdurchschnittliche Hektarerträge. In den vergangenen zehn Jahren hatte sich die EU-Sojaproduktion nach Angaben der UFOP verdreifacht. Größter Sojaerzeuger in der EU bleibt in diesem Jahr voraussichtlich Italien mit 899.000 Tonnen. Allerdings wären das rund 15 % weniger als 2025 und zugleich der niedrigste Stand der vergangenen fünf Jahre. Auf Rang zwei folgt Frankreich, wo die Erntemenge laut Kommissionsprognose um 4 % auf 408.000 Tonnen zulegen soll. Besonders kräftig zulegen würde bei Eintreffen der Brüsseler Prognose die Sojaerzeugung in Deutschland: ein Plus von gut 21 % auf 159.000 Tonnen wäre ein neuer Mengenrekord. Trotz im EU-Vergleich weiterhin eher geringer Produktionsmenge gewinnt die Bundesrepublik laut UFOP an Bedeutung. Die Ausweitung von Anbau und Erzeugung unterstreiche Deutschlands Rolle als Wachstumsmarkt, getragen von steigender Nachfrage nach heimischen Eiweißträgern. Erhebliches Ausbaupotenzial Erhebliches Ausbaupotenzial sieht die UFOP gleichwohl noch. Die Förderunion setzt dabei auf die angekündigten nationalen und europäischen Proteinpläne. Angesichts der schwierigen Lage auf den Getreide- und Zuckermärkten sei eine nachfragegetriebene Diversifizierung der Fruchtfolge ein Gebot der Stunde. Als kontraproduktiv für die angestrebte Ausweitung des europäischen Sojaanbaus könnte sich jedoch ein Vorhaben der Generaldirektion Energie der EU-Kommission erweisen: die weltweite Einstufung der Sojabohne als sogenannter "High-iLUC"-Rohstoff. Die UFOP sieht nun Rat und Parlament gefordert, den Entwurf der delegierten Verordnung zu stoppen. Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments hatte sich bereits und dem Plenum empfohlen, die geplante Soja-Einstufung der Kommission abzulehnen (AGRA Europe berichtete). Jetzt müsse das Plenum dieser Empfehlung folgen. AgE

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