Erstmals seit vier Jahren exportiert Indien wieder Getreide. Die Regierung hatte angesichts hoher Lagerbestände im Februar 2026 das bestehende Ausfuhrverbot aufgehoben und eine Menge von etwa 5 Mio. Tonnen freigegeben. Eine erste Charge von 2,5 Mio. Tonnen sollte sofort abgesetzt werden, ein zweite in gleichem Umfang Ende April. Allerdings hatten es die indischen Exporteure bislang nicht eilig, Verträge abzuschließen. Aufgrund steigender Weltmarktpreise und hoher Frachtraten wurden nur geringe Getreidemengen in Länder Asiens und des Nahen Ostens geliefert. Zuletzt gingen etwa 22.000 Tonnen in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Regierung in Neu-Delhi hatte im Mai 2022 wegen großer Ernteausfälle und steigender Inlandspreise den Export von Getreide untersagt. Im Jahr darauf wurde das Verbot verlängert, da große Hitzewellen eine schlechte Ernte zur Folge hatten und die staatlichen Reserven zur Neige gingen. Nun dürften die geopolitischen Spannungen das Interesse an indischem Weizen zumindest bei Käufern mit dringendem Bedarf steigern. Dennoch erwarten Marktexperten keinen starken Anstieg der Exporte. Der ukrainische Getreideverband (UGA) geht davon aus, dass die Inlandspreise für Weizen in Indien wegen erneuter Ernteschäden zulegen werden. Das werde indische Ware im Vergleich zu Anbietern aus Australien und der Schwarzmeerregion teurer machen. Aus diesem Grund dürfte indisches Getreide ein Nischenprodukt bleiben, dass nur übergangsweise für dringende Lieferungen nachgefragt werde. Indien ist nach China der zweitgrößte Weizenproduzent der Welt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt rund 113 bis 118 Mio. Tonnen geerntet; im Jahr davor waren es rund 111 Mio. Tonnen. Im Dürrejahr 2022 hatte die Erntemenge nur bei 107 Mio. Tonnen gelegen. AgE






