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EEX beendet Futureshandel

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Die EEX stellt den Handel mit dem Kartoffelfuture zum 5. Juni 2026 ein und begründet dies mit einer anhaltend geringen Liquidität. Zuletzt kam es angesichts großer Spannen zwischen Kauf- und Verkaufsgeboten nur noch zu vereinzelten Abschlüssen. Mit dem Wegfall des Futures und des zugehörigen Index könnte sich der Trend hin zu Festpreisverträgen im Kartoffelmarkt verstärken.

Die European Energy Exchange (EEX) wird den Handel mit dem European Processing Potato Future zum 5. Juni dieses Jahres einstellen. Wie die Terminbörse mitteilte, ist der letzte handelbare Kontrakt der Junitermin; er bleibt noch bis zum 4. Juni gelistet. Kontrakte mit Fälligkeiten nach Juni 2026 waren bereits zum 16. März ausgesetzt worden. Der EEX European Processing Potato Index werde ebenfalls am 4. Juni letztmals veröffentlicht. Zur Begründung verwies die EEX gegenüber AGRA Europe auf die seit Jahren rückläufige Liquidität und ein entsprechend gesunkenes Handelsvolumen. Im Zuge struktureller Veränderungen des Kartoffelmarktes hätten sich zahlreiche Börsenakteure zurückgezogen, sodass immer mehr Teilnehmer auf der Verkaufsseite gefehlt hätten. Der Future sei hauptsächlich in den Niederlanden, Deutschland und Belgien genutzt worden. Unverändert fortgeführt werde dagegen der Terminhandel mit Milchprodukten – dies betrifft die bestehenden Futures auf Butter, Magermilchpulver, Molkenpulver und Flüssigmilch. Aktuell weist die Börse noch 300 offene Kartoffelkontrakte (Open Interest) aus, die ausschließlich auf den Termin April 2026 entfallen. Für diese Fälligkeit wurde am Mittwoch (2.4.) ein Abrechnungskurs von 2,30 Euro/dt festgestellt. Auf diesem extrem niedrigen Niveau hatten sich April-Kontrakte zuletzt im April 2020 bewegt. Am Donnerstagmittag stand dem Briefkurs von 3,50 Euro/dt ein Geldkurs von 1,50 Euro/dt gegenüber. Angesichts der großen Spanne zwischen Kauf- und Verkaufsgeboten sind seit Mitte März keine Umsätze mehr zustande gekommen. Wichtige Benchmark fehlt bald Der Kartoffelfuture wurde 2002 an der Warenterminbörse (WTB) Hannover eingeführt und wenige Jahre später an die EEX überführt. Das Instrument ermöglicht eine unabhängige Preisfindung für den zum Tagespreis gehandelten Anteil der Ware und die Absicherung für Preisrisiken auf Erzeuger- und Verarbeiterseite. Der physische Markt für Verarbeitungskartoffeln ist überwiegend durch Liefer- und Abnahmeverträge zwischen Erzeugern und Verarbeitern geprägt. Diese basieren in der Regel auf einem Festpreis für einen bestimmten Teil der Liefermenge, während der Rest zum Tagespreis abgenommen wird. Mit dem Wegfall des Kartoffelfutures dürfte sich der Trend hin zu einem größeren Festpreisanteil verstärken. Zudem entfällt bei künftigen Preisverhandlungen zwischen den Marktakteuren der EEX European Processing Potato Index als wichtige Referenzgröße. Dieser basiert auf anerkannten Kassamarktnotierungen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, die zu einem ungewichteten Durchschnittspreis je Dezitonne zusammengeführt werden. AgE

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