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Aufschwung vorerst abgeblasen

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Bei Fendt rechnet man jetzt frühestens im ersten Halbjahr 2027 mit einer spürbaren Erholung der globalen Nachfrage nach Traktoren und anderen Landmaschinen. Ein großer Unsicherheitsfaktor ist dabei Gröblinghoff zufolge, wie es auf dem auch für Fendt wichtigen russischen Markt weitergeht. Am meisten Sorge bereitet dem Manager aktuell das Nordamerika-Geschäft. Das größte Manko sind laut Gröblinghoff dabei nicht die Zusatzzölle zwischen 15 und 17% für Maschinen aus europäischer Produktion, sondern die verhaltene Nachfrage der Farmer

Beim Landtechnikhersteller Fendt rechnet man jetzt frühestens im ersten Halbjahr 2027 mit einer spürbaren Erholung der globalen Nachfrage nach Traktoren und anderen Landmaschinen. Die jüngsten Ergebnisse einer monatlich unter weltweit 150 Agrartechnikherstellern durchgeführten Umfrage lassen laut dem Vorsitzenden der AGCO/Fendt-Geschäftsführung, Christoph Gröblinghoff, keinen anderen Schluss zu. Bei der Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Industrie-Landwirtschaft (VLI) am Mittwoch (6.5.) in Münster kassierte Gröblinghoff damit seine vor Jahresfrist abgegebene Prognose, wonach bereits zum Jahresende 2025 mit einer nachhaltigen Nachfragebelebung auf den globalen Landtechnikmärkten zu rechnen sei. Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Vorhersage ist Gröblinghoff zufolge, wie es auf dem auch für Fendt wichtigen russischen Markt weitergeht. „Ich bin fest überzeugt, dass wir unter anderen Bedingungen weitere 2.000 Radtraktoren nach Russland einliefern könnten“, so der Fendt-Chef. Der seit 2022 aufgelaufene Rückstand in Russland sei aber nach einem Ende der Kriegshandlungen nicht ansatzweise aufzuholen. Andererseits habe die gesamte Landtechnikindustrie 2025 mehr Maschinen in die Ukraine geliefert als vor dem russischen Angriffskrieg. US-Geschäft macht Sorgen Am meisten Sorge bereitet Gröblinghoff aktuell das Nordamerika-Geschäft von Fendt. Das größte Manko seien dabei gar nicht die Zusatzzölle zwischen 15 und 17% für Maschinen aus europäischer Produktion, sondern die maue Nachfrage der US-Farmer. Nach dem weitgehenden Importstopp Chinas 2025 seien die Mais- und Sojasilos im Mittleren Westen auch weit nach der Ernte noch immer prall gefüllt, wodurch den Erzeugern wiederum das Geld für Landtechnikkäufe fehle. Angesichts eines erratisch agierenden US-Präsidenten rechnet Gröblinghoff nicht einer raschen Änderung der Lage am US-Markt, wo die Umsätze mit Landtechnik quer über alle Hersteller aktuell um ganze 60% unter dem langfristigen Mittel liegen. „Eine Reaktion auf die sehr kurzfristigen Entscheidungen der US-Regierung ist gar nicht möglich“, so der Vorsitzende der AGCO/Fendt-Geschäftsführung. Investitionszurückhaltung auf dem Heimatmarkt Entspannung im Handelsstreit mit Peking könnte Gröblinghoff zufolge das für Mitte Mai geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping bringen, bei dem es auch um die Wiederaufnahme von US-Sojalieferungen nach China gehen soll. Mit Blick auf die im Herbst anstehenden Midterms 2026 in den Staaten müsse Trump aus China zählbare Erfolge mitbringen, um die US-Farmer bei den Wahlen auf die Seite der Republikaner zu ziehen. Immer deutlichere Auswirkungen auf das globale Investitionsverhalten hat laut Gröblinghoff auch die Blockade der Straße von Hormus. Gerade große Marktfruchtbetriebe würden auch hierzulande aktuell dreimal überlegen, ob sie angesichts hoher Diesel- und Düngerpreise in neue Landtechnik investieren sollten. Mehr Disruption in Deutschland wagen Aus Unternehmenssicht positive Neuigkeiten hat Gröblinghoff von einer mehrwöchigen Reise nach Argentinien mitgebracht, wo er auch neue Fendt-Vertriebspartner besuchte. Der Manager berichtete bei der VLI-Frühjahrstagung von den nach seiner Lesart positiven Auswirkungen des disruptiven Regierungsstils des dortigen Präsidenten: "Die Geschwindigkeit, in der Javier Milei in dem südamerikanischen Land gerade ein total verkrustetes System aufräumt, ist beachtenswert". Etwas mehr Disruption täte aus Sicht des Fendt-Chefs auch der deutschen Politik gut. "Wie das Berliner Agrarressort unter Minister Alois Rainer organisiert wird und wer im Organigramm welches Kästchen besetzt, ist für mich zweitrangig. Für mich zählen Ergebnisse", so Gröblinghoff an die Adresse von Olaf Schäfer, Leiter der neu zugeschnittenen Unterabteilung "Exportförderung, Handel" im Bundeslandwirtschaftsministerium. Der Ministerialbeamte hatte zuvor die Gelegenheit genutzt, den VLI-Mitgliedern die personelle wie inhaltliche Neuaufstellung des BMLEH in Sachen Exportförderung näherzubringen. AgE.

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