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Agrarbörsen ziehen weiter an

|   markttipps

Die jüngsten Kursgewinne an den Terminmärkten für Ölsaaten und Getreide werden zurzeit maßgeblich durch die Eskalation des Krieges im Nahen Osten verursacht. Vor allem Raps, Sojaöl und Mais verteuerten sich in der ersten Märzwoche wegen ihrer Abhängigkeit vom Rohölmarkt. Neue Anbauprognosen aus Kanada unterstützten teilweise den Aufwärtstrend bei den Kursen. Außerdem explodierten die Düngerpreise.

 

Der Angriff der USA und Israels auf den Iran hat die Rohöl- und Gaspreise kräftig steigen lassen und damit auch die Agrarmärkte nach oben gezogen. An den internationalen Terminbörsen verteuerten sich unter anderem Raps, Sojaöl, Mais und Weizen. Besonders stark zogen zudem die Terminpreise für Stickstoffdünger an. Die Nordsee-Rohölsorte Brent zur Lieferung im Mai 2026 wurde am Freitagmorgen (6.3.) an der Terminbörse in New York für 86,56$ oder 74,60 Euro je Barrel (159 Liter) gehandelt. Das entsprach einem Plus von 18,8% gegenüber dem Schlusskurs vom 27. Februar, also am Tag vor Kriegsbeginn. Noch deutlicher fiel der Anstieg für Flüssiggas aus: Der Londoner Aprilfuture für den niederländischen Handelspunkt TTF verteuerte sich um 63,6% auf 52,30 Euro je Megawattstunde. Hintergrund ist, dass der Iran weiterhin die Schiffspassage durch die Straße von Hormus verhindert. Die Meerenge gilt als zentrales Nadelöhr für die Verschiffung von international gehandeltem Rohöl und Flüssigerdgas aus dem Nahen Osten. Mehr Canola in Kanada Im Zuge des eskalierenden Krieges legte der Matif-Future auf Rapssaat mit Fälligkeit im Mai bis zum Freitagmorgen (6.3.) gegen 11.00 Uhr um 3,4% auf 503,75 Euro/t zu. Raps reagiert besonders sensibel auf Energiepreise, da Rapsöl unter anderem zur Herstellung von Biodiesel verwendet wird. Gedämpft wurde der Kursanstieg allerdings durch eine am Donnerstag (5.3.) veröffentlichte umfragebasierte Canola-Anbauschätzung von Statistics Canada. Demnach planen die Farmer in Kanada, die Ölsaat 2026 auf insgesamt 8,84 Mio. Hektar auszusäen, rund 1% mehr als im Vorjahr. Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die Befragung stattfand, als die Canolapreise deutlich niedriger waren als heute. Deshalb rechnen sie mit einer noch deutlicheren Ausweitung der Anbaufläche. Auch Sojaöl profitierte von steigenden Energiepreisen, da es ebenfalls zur Biodieselproduktion eingesetzt wird. An der Terminbörse in Chicago wurde der Kontrakt zur Lieferung im Mai am Freitag zu 65,51 $/lb (1.243 Euro/t) gehandelt. Das entsprach einem Aufschlag von 5,9% gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Die Notierungen für CBoT-Sojabohnen mit gleicher Fälligkeit legten dagegen nur moderat zu und stiegen um 1,5% auf 11,87 $/bu (375 Euro/t). Sojaschrot verbilligte sich hingegen um 2,6% auf 312,10 $/sht (296 Euro/t). Weizenkurse über 200 Euro Bei den Getreidefutures registrierten die Terminbörsen vor allem beim Mais deutliche Aufschläge. An der Pariser Matif notierte der Junikontrakt am Freitag im Vergleich zur Vorwoche um 6,25 Euro/t beziehungsweise 3,2% höher bei 203,50 €/t. Mais wird unter anderem zur Herstellung von Ethanol für Kraftstoffbeimischungen sowie zur Biogaserzeugung verwendet und reagierte deshalb ebenfalls sensibel auf die Entwicklung an den Energiemärkten. Auch die Weizenkurse an der Matif zogen an: Der Junikontrakt verteuerte sich bis Freitagmittag gegenüber dem Schlusskurs vom 27. Februar um 2% auf 205,50 Euro/t. Für den Weizen legte Statistics Canada ebenfalls eine Anbauschätzung für 2026 vor. Demnach werden die Farmer die Getreideart wohl auf 10,82 Mio. Hektar anbauen, was im Vorjahresvergleich einem Minus von 1,1% entsprechen würde. Für Gerste wird dagegen eine Ausweitung auf voraussichtlich 2,61 Mio. Hektar erwartet, ein Plus von 5,2%. Nach Einschätzung von Analysten könnte dieses Areal sogar noch größer ausfallen. Als Grund nennen sie die Preisexplosion beim Stickstoffdünger, da Gerste im Vergleich zu Weizen weniger intensivere Stickstoffgaben benötigt. Reduzierte Düngergaben Die Preisexplosion bei Stickstoffdüngern zeigt sich auch an der Terminbörse: Der CBoT-Future auf Harnstoff (US Golf) mit Fälligkeit im April ging am Donnerstag (5.3.) für 547 $/t (471 Euro) aus dem Handel. Vor Kriegsbeginn war noch ein Abrechnungskurs von lediglich 445 $/t (383 Euro) ausgewiesen worden. Der starke Preisanstieg hängt mit der sehr erdgasintensiven Produktion von Stickstoffdüngern zusammen. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass Landwirte – je nach betrieblicher Versorgungslage – bei der Stickstoffdüngung insbesondere in Kulturen wie Qualitätsweizen sparen werden. Dies dürfte sich negativ auf die Qualität der Ernte auswirken. AgE

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