Getreide: Der schlagzeilengetriebene Handel ist für die Agrarbörsen täglich da. Das konnte auch gestern für den Weizenkurs, allen voranander Börse in Chicago, beobachtet werden. Der Weizenpreis startete fester, dann kam um 11 Uhr die Meldung, dass die USA laut Herrn Selenskyj viele Ideen hätten, wie der Krieg beendet werden könnte. Der Weizenpreis gab nach. Dann kam nachmittags noch einmal eine Meldung, dass Herr Trump mit Herrn Putin eine Stunde telefoniert hätte und das Gespräch sehr konstruktiv gewesen sein soll. Der Weizenpreis in Chicago gab nochmals leicht nach. Und was sind die Fakten? Heute früh kommen wieder Meldungen aus Russland, dass die Infrastruktur der Ukraine angegriffen wird. Auch der Rohölpreis bleibt fester, weil aus anderen Kriegsregionen auf der Arabischen Halbinsel weitere Angriffe gemeldet werden. Für den Weizenmarkt wird jetzt aber eine ganz andere Geschichte interessant: Wie entwickelt sich die Nachfrage im internationalen Markt weiter? Jetzt kommt Pakistan mit einer Importausschreibung für eine kurzfristige Verschiffung (Oktober/November). Die Regierung will 750.000 t kaufen. Pakistan war jetzt über zwei Jahre nicht im Markt, um Weizen zu kaufen. Daher bleibt der September auch weiter hochinteressant, was den physischen Markt angeht. Das betrifft auch den Rapsmarkt. Eine wichtige Botschaft kommt aus Kanada: Der Rapscrush in Kanada stieg im Juli/August 2026 deutlich im Jahresvergleich (+15 %). Das zeigt am Ende auch, dass Kanada nicht den hohen Exportüberschuss beim Raps haben wird, wenn das Crushtempo Kanadas so hoch bleibt. Die EU braucht 2026/27 aber am Ende ähnlich hohe Einfuhren wie im Vorjahr. In der Ukraine soll sehr viel Ware noch liegen, sie kommt aber derzeit nicht aus dem Land, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war.






