Getreide: Der September-Future machte am Dienstag an der Euronext einen Sprung von 5,25 Euro auf 214,25 Euro je Tonne. An der CBoT legte der meistgehandelte Juli-Termin um 28 Cent auf 657,75 Cent je Bushel zu.
Die Trockenheit in den USA sorgte an den US-Börsen für deutlich steigende Kurse. In den südlichen Plains leidet der Weizen weiter unter Dürre. Das USDA stufte am Montag 30 Prozent der Winterweizenflächen des Landes mit gut bis ausgezeichnet ein, das war unverändert gegenüber der Vorwoche. In Kansas und Texas verschlechterten sich die Bewertungen aber weiter. In Texas hat der Weizen bereits auf 65 Prozent der Flächen Ähren gebildet, in Kansas und Oklahoma sind es 53 Prozent. Befürchtet wird, dass die Schäden bereits irreparabel sind. Die Wettervorhersagen für die nächsten sieben Tage sehen für weite Teile von Kansas trockenes Wetter vor, während in Teilen von Oklahoma und Texas Niederschlag erwartet wird. Wegen der fortgeschrittenen Entwicklung der Pflanzen könnte der Regen aber zu spät kommen.
Der Handel an der Euronext folgte den höheren Kursen in den USA und auch der schwächere Euro trug zu den Zuwächsen bei. Am Kassamarkt bewegten sich die Preise für die alte Ernte kaum. Teilweise wurden die Geldkurse sogar etwas zurückgenommen. Für die neue Ernte stiegen die Kurse leicht an.
Gestützt wurden die Agrarmärkte am Dienstag auch von höheren Rohölkursen. Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Die Verhandlungen ziehen sich ohne erkennbare Fortschritte dahin. Die anhaltende Störung der Öllieferungen vom Persischen Golf durch die Behinderung der Schifffahrt in der Straße von Hormus verringert das globale Angebot, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Die Zuwächse für die alte Ernte wurden an der Euronext von der schwachen Exportnachfrage begrenzt. Die Weichweizenexporte aus der Europäischen Union seit Beginn der Saison 2025/26 im vergangenen Juli beliefen sich bis zum 24. April auf 19,28 Millionen Tonnen, verglichen mit 18,10 Millionen Tonnen im Vorjahr, wie aus am Dienstag veröffentlichten Daten der Europäischen Kommission hervorgeht. Im Vergleich zur Vorwoche ist die Exportmenge um 270.000 Tonnen gestiegen. Für Deutschland wird eine Menge von 1,68 Millionen Tonnen angegeben, das sind 60.000 Tonnen mehr als vor einer Woche. Die von der EU-Kommission vorhergesagte Exportmenge von 28 Millionen Tonnen erscheint unrealistisch, da bis zum Ende des Wirtschaftsjahres nur noch gut zwei Monate bleiben. Selbst wenn man bedenkt, dass die Meldungen aus Frankreich und Bulgarien unvollständig sind und ein Teil der ungewöhnlich hohen rumänischen Hartweizenexporte falsch deklarierter Weichweizen gewesen sein könnte, erscheint es doch wahrscheinlich, dass die Kommission ihre Exportprognose anpassen muss.
Dies würde in der Gesamtbilanz die Endbestände in der EU weiter nach oben treiben und die Preise für die neue Ernte belasten.






