Getreide: Der Erntebeobachtungsdienst MARS bescheinigt den Winterkulturen in Europa einen guten Zustand. Aktuell werden durchschnittliche Erträge erwartet.
Die Winterkulturen in ganz Europa nehmen unter günstigen Bedingungen allmählich ihr vegetatives Wachstum wieder auf, stellt der Erntebeobachtungsdienst MARS in seinem monatlichen Bericht fest. Unterstützt werde die Entwicklung in vielen Regionen durch eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit und milde Temperaturen im Spätwinter. Allerdings führten übermäßige Niederschläge im Südwesten Europas und in Teilen Osteuropas im Februar zu vorübergehender Staunässe und lokalen Überschwemmungen. Die Auswirkungen auf Ackerkulturen seien aber begrenzt. Sich abzeichnende Niederschlagsdefizite in Nordosteuropa müssten beobachtet werden, da der Wasserbedarf der Pflanzen bald steigen wird. Die Winterhärtung war im Allgemeinen ausreichend, doch könnten starke Frostperioden im Februar, insbesondere in Gebieten mit geringer Schneedecke, in Teilen Polens, der Ukraine und der baltischen Staaten lokale Schäden verursacht haben.
In Deutschland haben die seit Dezember sinkenden Temperaturen dem Wintergetreide im Allgemeinen eine ausreichende Abhärtung ermöglicht. Dies ermöglichte ein Überwintern ohne nennenswerte Schäden, trotz wiederkehrender Kälteeinbrüche. Eine Ausnahme bildet der Nordosten, wo sehr niedrige Temperaturen im Januar wahrscheinlich lokal Schäden verursacht haben, vor allem bei Winterraps und insbesondere dort, wo die Felder während der kältesten Perioden keine durchgehende Schneedecke aufwiesen. Trotz eines relativ trockenen Winters, insbesondere im Nordosten, war die Bodenfeuchte bisher ausreichend, doch wird die Wasserverfügbarkeit zu einem wichtigen Faktor für die Entwicklung im frühen Frühjahr werden, da die Getreidearten nun aus der Keimruhe austreten und bald ihr vegetatives Wachstum wieder aufnehmen werden. Steigende Temperaturen im März haben den Beginn der Frühjahrsaussaat ermöglicht. Insgesamt haben die Wintergetreidearten in einem guten physiologischen Zustand überwintert und von den günstigen Bedingungen Anfang März profitiert. Die aktuellen Ertragsprognosen basieren auf historischen Trends.
Ein schwächerer Euro und unveränderte Exportpreise in Russland sorgten am Dienstag an der Euronext für steigende Kurse. Die Exportnachfrage in Deutschland bleibt schwach. Weizen schloss am Dienstag an der Euronext leicht höher. Der Frontmonat Mai verbuchte einen tagesgewinn von 1 Euro auf 203,25 Euro je Tonne. An der CBoT legte der Mai 2026 um 2,25 Cent auf 590 Cent je Bushel zu.
Nachdem Weizen am Montag auf dem tiefsten Stand seit zweieinhalb Wochen geschlossen hatte, stiegen die Kurse am Dienstag wieder leicht am. Gestützt wurde der Markt von mehreren Faktoren. Der schwächere Euro verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit im Export, während gleichzeitig der Preisdruck aus Russland nachgelassen hat. Die Exportpreise in den russischen Häfen am Schwarzen Meer hielten sich auf dem Niveau der vergangenen Woche und folgten damit nicht den schwächeren Börsen in Paris und Chicago. In den USA werden weiter die trockenen Bedingungen in den wichtigen Weizenstaaten Kansas, Oklahoma und Texas beobachtet. Die Bestandsbewertungen hatten sich zuletzt verschlechtert und ein Wetterumschwung ist nicht in Sicht. Aktuell sinken die Kurse in Paris und Chicago wieder.
In Europa sind die Voraussetzungen für die neue Ernte gut. Positiv ist, dass die Böden in Südeuropa von Portugal bis nach Bulgarien viel Wasser gespeichert haben und auch die Wasserreservoirs für die Beregnung gut gefüllt sind. Die guten Ernteaussichten und die schleppenden Exporte der EU bleiben Faktoren, die weitere Kursgewinne erschweren könnten.
Das starke Anziehen des Exporttempos in Russland nach dem Winter hat das Beratungsunternehmen SovEcon dazu veranlasst die Exportprognose 2025/26 um 1,1 Millionen Tonnen auf 46,5 Millionen Tonnen anzuheben. Sovecon hob zudem seine Exportprognose für russischen Weizen für 2026/27 um 2,1 Millionen Tonnen auf 43,8 Millionen Tonnen an.
Die Exportnachfrage für Weizen aus der EU zeigt dagegen keine Belebung. Laut Daten der Europäischen Kommission erreichten die Lieferungen in Drittstaaten bis zu 22. März 17,14 Millionen Tonnen, das sind 370.000 Tonnen mehr als in der Vorwoche und es sind 6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Rumänien ist mit 5,72 Millionen Tonnen weiterhin der größte Weichweizenexporteur der EU war, gefolgt von Frankreich (4,57 Millionen Tonnen), Polen (2,03 Millionen Tonnen) und Litauen (1,81 Millionen Tonnen). Für Deutschland werden 1,34 Millionen Tonnen ausgewiesen, das sind 30.000 Tonnen mehr als vor einer Woche. Die Kommission erklärte, dass die Exportdaten für Frankreich, für Bulgarien, Irland und Griechenland unvollständig seien.






