Getreide: Das USDA bleibt bei den Weizenexporten der EU pessimistisch.
Der WASDE-Report brachte heute wie erwartet keine großen Veränderungen in den globalen Bilanzen. Einzige bemerkenswerte Anpassung ist die Erhöhung der globalen Maisendbestände 2025/26 um knapp 4 Millionen Tonnen auf 292,75 Millionen Tonnen. Grund sind höhere Endbestände in Brasilien (von 3,68 auf 5,96 Millionen Tonnen) und in der Ukraine (von 1,65 auf 2,95 Millionen Tonnen). Im Jahresvergleich schrumpfen die globalen Maisvorräte trotz einer Rekordernte um knapp 3 Millionen Tonnen.
Bei den Prognosen für die Ernten von Mais und Sojabohnen in Südamerika nahm das USDA einige kleinere Korrekturen vor, die sich weitgehend ausglichen.
In der EU-Bilanz wurde der Weizenverbrauch in der Fütterung um 1 Million Tonnen auf 51 Millionen Tonnen angehoben. Die EU-Exportprognose für Weizen senkte das USDA um 1 Million Tonnen auf 30,5 Millionen Tonnen, sodass es bei den EU-Endbeständen keine Veränderungen gab.
Am Dienstag setzte sich die Korrekturphase an den US-Weizenmärkten fort. An der Chicago Board of Trade (CBoT) verlor der Mai 12,25 US-Cent auf 591,00 US-Cent/bushel (186,62 €/t). Auch die Hard-Red-Winter-Wheat-Notierungen in Kansas gaben weitere Kursgewinne der jüngsten Kriegs-Rally ab.
Insgesamt wich die Panik aus den Agrar- und Energiemärkten, was zu Gewinnmitnahmen und technischen Verkäufen führte. Stattdessen besannen sich die Händler auf das fundamentale Marktgeschehen, das von üppigen Weizenbeständen sowie regnerischem Wetter in den US-Plains geprägt wird. Da der Iran-Krieg unvermindert andauert, wird die hohe Volatilität den Märkten wahrscheinlich noch eine Weile erhalten bleiben.
Das US-Agrarministerium (USDA) legte am Dienstagmittag den Wasde-Bericht für März vor. Wie vom Markt erwartet, blieben größere Korrekturen im Zahlenwerk aus. So wurde die weltweite Schätzung der Weizenproduktion um 0,3 auf 842,1 Mio. t erhöht. Dabei gleichen die Zuwächse in der Ukraine (plus 1 auf 24 Mio. t) und Kasachstan (plus 0,4 auf 19,3 Mio. t) die Rückgänge in Australien (minus 1 auf 36 Mio. t) mehr als aus. Die Schätzung der Saisonendbestände reduzierte sich um 0,6 auf 277 Mio. t. Der Wert stellt dennoch ein Fünf-Jahres-Hoch dar.
An der Euronext in Paris leuchteten die Vorzeichen der Weizennotierungen dunkelrot. Der Mai gab um 5,75 € auf 204,00 €/t nach. Der Handel folgte den stark nachgebenden Rohölmärkten in die Tiefe.
Händleraussagen zufolge klopfen ägyptische Aufkäufer aktuell verstärkt den Markt nach Preisen ab. Demnach gab es zuletzt eine ganze Reihe von Preisanfragen für verschieden große Kontingente Schwarzmeerweizen zu unterschiedlichen Lieferterminen. Noch sei demzufolge unklar, ob tatsächliches Kaufinteresse besteht, was in Form einer offiziellen Ausschreibung erfolgen könnte.
Euro: Der Euro versuchte im Tagesverlauf, in höhere Gefilde vorzudringen. Letztlich ging ihm jedoch die Puste aus. Im späten Handel in Frankfurt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1609 US-$.






