Getreide: Öl- und Gaspreise gehen durch die Decke und Düngemittelhersteller erhöhen die Preise. Getreide ist bedingt durch den stärkeren Dollar moderat gestiegen.
Die Weizen-Futures an der Euronext schlossen am Dienstag höher. Der meistgehandelte Termin Mai 2026 legte um 2 Euro auf 203,25 Euro je Tonne zu. An der CBoT gab der Mai-Future um 3,25 Cent auf 574 Cent je Bushel ab.
Die Weizenkurse an der Euronext zogen am Dienstag weiter an, gehen aber aktuell wieder leicht zurück. Der Mai-Future schloss so hoch wie zuletzt vor vier Monaten. Treibender Faktor war der schwächere Euro. Der Referenzkurs wurde von der EZB auf 1,1606 US-Dollar festgesetzt, das war der niedrigste Wert seit drei Monaten. Zudem bauten Finanzinvestoren weiter Short-Positionen ab. Die Deckungskäufe sorgten in Paris für Nachfrage und steigende Kurse.
An der CBoT gaben die Kurse wegen des festeren US-Dollars dagegen nach. An den Börsen in Kansas und Minneapolis verbuchte Weizen noch einmal Gewinne, da Wetterbedenken für Unterstützung sorgten.
Der Krieg im Nahen Osten ließ die Rohölpreise am Dienstag weiter ansteigen, was auch auf die Agrarmärkte ausstrahlte. Direkt ist der Weizenmarkt nicht vom Krieg gegen den Iran betroffen. Steigende Seefrachten könnten aber die Preise in den Importländern erhöhen.
Der schwächere Euro verbessert die Exportchancen für Weizen aus Deutschland. Die Preise am Kassamarkt bewegen sich kaum. Mühlen und Mischfutterwerke im Inland wissen, dass im Landhandel und auf den Höfen noch große Mengen Weizen lagern. Versorgungsengpässe sind deshalb nicht zu erwarten, sodass nur der vordere Bedarf gedeckt und die weitere Entwicklung abgewartet wird.
Schlechte Nachrichten kamen am Dienstagabend aus Brüssel. Die Europäische Kommission senkte ihre Prognose für die Weichweizenexporte aus der Europäischen Union im Wirtschaftsjahr 2025/26 von 29,5 Millionen Tonnen Ende Januar auf 28,5 Millionen Tonnen. Das wäre zwar mehr als die 25,5 Millionen Tonnen vor einem Jahr, aber deutlich weniger als die 35,4 Millionen Tonnen vor zwei Jahren. In den Angebots- und Nachfragedaten hob die Kommission ihre Schätzung für die EU-Weichweizenernte 2025/26 von zuvor 134,2 Millionen Tonnen auf 134,4 Millionen Tonnen an. Die reduzierte Exportprognose und die höhere Produktion führten zu einer Erhöhung der Prognose der Kommission für die EU-Weichweizenvorräte, die nun bei 14,4 Millionen Tonnen liegen sollen, gegenüber zuvor 13,0 Millionen Tonnen und 8,1 Millionen Tonnen vor einem Jahr.
In der wöchentlichen Bilanz weist die Kommission für den Zeitraum 1. Juli 2025 bis 1. März 2026 beim Weichweizen eine Exportmenge von 15,77 Millionen Tonnen aus, das sind 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Rumänien ist mit bisher 5,13 Millionen Tonnen der größte Weichweizenexporteur der EU, gefolgt von Frankreich mit 4,23 Millionen Tonnen, Polen mit 1,81 Millionen Tonnen, Litauen mit 1,80 Millionen Tonnen und Deutschland mit 1,22 Millionen Tonnen.






