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04/2026

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Getreide: Nachdem Indien in den letzten Jahren Weizenexporte zum Schutz der Eigenversorgung untersagte, wurde nun eine erste Ausfuhrquote genehmigt.

Der Weizenmarkt zeigte sich am Dienstag schwächer. An der Euronext gab der März-26-Kontrakt um 1,75 Euro auf 189,50 Euro je Tonne nach, während der März-26-Kontrakt an der CBoT um 7,75 Cent auf 510,25 Cent je Bushel fiel.

Aus Indien kamen zuletzt Exportsignale für den Weltmarkt. Die Regierung genehmigte erstmals seit mehr als drei Jahren wieder begrenzte Ausfuhren von weizenbasierten Produkten. Konkret wurde eine einmalige Quote von 500.000 Tonnen für Weizenmehl und verwandte Erzeugnisse wie Grieß freigegeben, während das grundsätzliche Exportverbot für Weizen bestehen bleibt. Hintergrund sind die Erwartungen an eine starke Ernte, begünstigt durch den besten Monsun seit fünf Jahren. Die Entscheidung fällt zudem in eine Phase intensiver Handelsgespräche mit den USA. Auch wenn es sich nur um eine Teilöffnung handelt, könnte Indiens Schritt das globale Angebot leicht verbessern und importabhängigen Ländern in Asien, Afrika und dem Nahen Osten etwas preislichen Spielraum verschaffen.

Auf der Nachfrageseite richtet sich der Blick auf den Nahen Osten. Jordanien hat eine internationale Ausschreibung über den Kauf von 120.000 Tonnen Weizen gestartet. Nach ersten Händlerangaben beteiligen sich die Handelshäuser CHS, Cargill, Ameropa und Cofco. Eine Kaufentscheidung wird kurzfristig erwartet. Die Lieferung soll in möglichen Kombinationen von jeweils 60.000 Tonnen zwischen Anfang März und Ende April erfolgen und unterstreicht die fortgesetzte Importnachfrage der Region.

Parallel dazu bleibt die Entwicklung in der Türkei für die Getreidemärkte relevant. In der Saison 2025/26 ist die türkische Gerstenernte deutlich auf rund 6,1 Mio. Tonnen zurückgegangen, nach etwa 7 Mio. Tonnen im Vorjahr. Das USDA rechnet daher mit einem kräftigen Anstieg der Gerstenimporte auf 1,3 Mio. Tonnen, verglichen mit nur 0,15 Mio. Tonnen im letzten Jahr. Seit Saisonbeginn hat die Türkei bereits rund 0,9 Mio. Tonnen auf Ausschreibungsbasis kontrahiert, wobei Russland mit einem Marktanteil von über 50 % der wichtigste Lieferant bleibt, vor der Ukraine, Rumänien und Deutschland. Kurzfristig dürften die türkischen Kaufaktivitäten anhalten, wenngleich die starke Konkurrenz aus der EU – die in dieser Saison eine Rekordgerstenernte von 56 Mio. Tonnen eingefahren hat – das Wachstum der russischen Lieferungen begrenzen könnte.

Neben dem allgemeinen Verkaufsdruck angesichts der üppigen globalen Weizenbestände lastete der ausufernde Grönland-Konflikt auf den Kursen. So ist der Handel derzeit unsicher, ob die von der EU angekündigten Gegenzölle bzw. Gegenmaßnahmen auch US-Agrargüter betreffen könnten.

Laut einem Bericht des Analystenhauses SovEcon sind die russischen Inlandspreise für Weizen zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Juli 2024 abgesackt. Demnach liegt der Durchschnittswert aktuell bei 13.050 Rubel/t, was in etwa 142,65 €/t entspricht. Die schleppende Exportnachfrage würde zudem die Lagerbestände innerhalb des Landes rasant ansteigen lassen.

Mais: Die Maisnotierungen konnten sich dem allgemein trüben Marktumfeld nicht entziehen. Der März notiert an der CBoT 1,00 US-Cent im Minus bei 423,75 US-Cent/bushel (142,35 €/t).

Auch hier dominierten die vollen Läger rund um den Globus sowie der sich zuspitzende Streit zwischen den USA und der EU um Grönland das Handelsgeschehen.

Euro: Der Euro avanciert immer mehr zum Gewinner des Grönland-Konflikts. Im späten Handel in Frankfurt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1724 US-$. Allerdings sprachen Marktbeobachter weniger von einer Euro-Stärke als vielmehr von einer Dollar-Schwäche. Zur Stunde steht der Euro bei 1,1721 US-$.

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